ADHS bei Erwachsenen

verstehen, regulieren und neue Wege entwickeln

 

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ADHS bei Erwachsenen betrifft nicht nur Konzentration und Aufmerksamkeit, sondern auch Selbstregulation, Emotionsregulation und den Umgang mit alltäglichen Anforderungen. Die Sympstome von ADHS können sich u.a. in Schwierigkeiten mit Organisation, Impulskontrolle, Reizverarbeitung oder der Steuerung von Aufmerksamkeit zeigen. 

 

Als Heilpraktikerin für Psychotherapie begleite ich Sie nicht nur bei einzelnen Symptomen, sondern die Zusammenhänge zwischen exekutiven Funktionen, Nervensystem, persönlichen Erfahrungen zu erkennen und individuelle Bewältigung mit der Situation für sich zu etablieren. 

 

ADHS ist mehr als eine Frage von Unaufmerksamkeit. Entscheidend ist, wie Aufmerksamkeit, Emotionen und Handlungen reguliert werden können und welche Unterstützung dabei hilfreich ist. 

 

Eine psychotherapeutische Begleitung kann dabei unterstützen, die Muster und Zusammenhänge besser zu verstehen, belastende Strategien einzuordnen und neue Möglichkeiten für den Umgang mit sich selbst zu entwickeln.

 

Dabei geht es nicht darum, einen Menschen an ein bestimmtes Leistungsbild anzupassen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein selbstbestimmter Umgang mit den eigenen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Herausforderungen entstehen kann. 

Was ist ADHS im Erwachsenenalter?

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung.

 

Der Begriff beschreibt ein neurobiologisches Entwicklungsprofil, bei dem Prozesse der Aufmerksamkeit, Impulssteuerung und Selbstregulation im Vergleich zu Menschen ohne ADHS-Merkmale anders ausgeprägt sein können. Dies betrifft beispielsweise die Steuerung von Aufmerksamkeit, die Verarbeitung von Reizen, die Regulation von Motivation sowie die Umsetzung von Handlungen. Dabei geht es nicht um fehlende Fähigkeiten, sondern um Unterschiede in der Art und Weise, wie diese Prozesse gesteuert werden.

 

Im Erwachsenenalter zeigt sich ADHS häufig anders als in der Kindheit. Die sichtbare Hyperaktivität kann geringer ausgeprägt sein, während innere Unruhe, Schwierigkeiten mit Organisation oder eine hohe mentale Belastung stärker in den Vordergrund treten können. 

 

Ein zentraler Bereich bei ADHS sind die sogenannten exekutiven Funktionen. Sie ermöglichen es, Aufmerksamkeit auszurichten, Handlungen zu planen Impulse zu steuern und Ziele umzusetzen. 

 

Dazu gehören unter anderem: 

  • Aufmerksamkeit gezielt zu lenken
  • Aufgaben zu strukturieren
  • Prioritäten zu setzen
  • Hanldungen zu beginnen und abzuschließen
  • Zeit realistisch einzuschätzen
  • emotionale Reaktionen zu regulieren

 

Bei ADHS kann die Steuerung dieser Prozesse erschwert sein. Dies bedeutet nicht, dass Fähigkeiten fehlen. Häufig besteht vielmehr eine Dikrepanz zwischen Wissen, Absicht und Umsetzung. 

 

Eine Aufgabe kann verstanden sein. Die Bedeutung kann bewusst sein. Trotzdem kann der Beginn oder die Durchführung schwerfallen. 

 

Diese Erfahrung ist ein wichtiger Ansatzpunkt psychotherapeutischer Arbeit

ADHS betrifft die Regulation von Aufmerksamkeit

Der Begriff "Aufmerksamkeitsdefizit" kann missverständlich sein. Bei ADHS fehlt die Aufmerksamkeit nicht grundsätzlich. 

 

Die Herausforderung liegt häufig in der Regulation von Aufmerksamkeit. 

 

Das bedeutet:

  • Aufmerksamkeit gezielt auf eine Aufgabe auszurichten
  • relevante und irrelevante Reize zu unterscheiden
  • zwischen Anfoderungen zu wechseln
  • Konzentration auch bei weniger motivierenden Tätigkeit aufrechtzuerhalten. 

Eine intensive Konzentration auf besonders interessant oder bedeutsame Themen wird häufig als Hyperfokus bezeichnet. 

 

Der Hyperfokus zeigt, dass eine ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit vorhanden sein kann. Die Herausforderung besteht darin, diese Fähigkeit flexibel einzusetzen und Aufmerksamkeit bewusst zu steuern. 

 

Gerade diese Perspektive ist wichtig, weil ADHS nicht mit mangelnder Intelligenz, fehlende Interesse oder fehlender Leistungsfähigkeit gleichzusetzen ist. 

 

Auch ist die Perspektive wichtig, um sich seiner eigenen Handlungsfähigkeit (wieder) bewusst zu werden und ins Umsetzen kommen kann, weg von dem Muster "kann ich nicht, ich hab ADHS". MIt dieser Sichtweise nimmt man sich selbst das Vertaruen in sich selbst und damit die Möglichkeit, hanldungsfähig zu sein. 

Symptome von ADHS bei Erwachsenen verstehen

ADHS kann sich in unterschiedlichen Lebensbereichen zeigen. Für eine fachliche Einordnung ist nicht ein einzelnes Merkmal entscheidend, sondern das Zusammenspiel verschiedener Erfahrungen und deren Auswirkungen auf Alltag, Beziehungen und beruflichen Anforderungen. 

Aufmerksamkeit und Konzentration

Eine veränderte Steuerung der Aufmerkasmkeit kann sich z. B. zeigen durch: 

  • Schwierigkeiten, längere Aufgaben konzentriert zu verfolgen
  • häufiges Abschweifen von Gedanken
  • stärkere Ablenkbarkeit durch äußere oder innere Reize
  • Schwierigkeiten bei Aufgaben mit vielen Einzelschritten
  • wechselnde Konzentrationsfähigkeit abhängig von Interesse und Bedeutung

Dabei ist entscheidend: 

 

Die Frage lautet nicht: "Kann sich jemand konzentrieren?"

 

Sondern: "Wie flexibel kann Aufmerksamkeit entsprechend der Situation gesteuert werden?"

 

Hyperfokus und Interessensteuerung

Der Begriff "Hyperfokus" beschreibt eine intensive Beschäftigung mit einem bestimmten Thema oder einer Tätigkeit. 

 

Während dieser Phase kann die Aufmerksamkeit stark gebündelt sein. Zeitgefühl und andere Anforderungen können dabei in den Hintergrund treten. 

 

Diese Fähigkeit kann eine Ressource sein, z. B. bei kreativen, komplexen oder besonders interessanten Aufgaben. 

 

Gleichzeitig kann der Übergang zwischen verschiedenen Tätigkeiten herausfordernd sein. 

 

Psychotherapeutisch relevant ist deshalb nicht nur die Konzentration selbst, sondern die Fähigkeit zur bewussten Steuerung von Aufmerksamkeit. 

Organisation, Planung & Zeitmanagement

ADHS zeigt sich häufig auch in alltäglichen Organisationsprozessen

Belastend können sein:

  • Aufgaben priorisieren
  • mehrere Anforderungen gleichzeitig zu koordinieren
  • langfristige Planung umsetzen
  • Routinen aufrechtzuerhalten
  • begonnene Tätigkeiten abzuschließen

Dadurch kann ein Kreislauf entstehen: 

 

Überforderung → Aufschieben → Zeitdruck → Stress → Selbstkritik 

 

Wenn dieser Kreislauf über längere Zeit besteht, können zusätzliche Belastungen entstehen, beispielsweise im Bereich Stress, Burnout, Selbstwert oder Perfektionismus.

 

Psychotherapeutische Arbeit kann unterstützen, diese Muster zu verstehen und neue Strategien für den Alltag zu entwickeln. 

Impulsivität und emotionale Reaktionen

ADHS betrifft nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch die Regulatio von Impulsen und Emotionen. Dies sich zeigen durch:

  • schnelle innere Reaktionen
  • Schwierigkeiten, zwischen Gefühl und Handlung Abstand entstehen zu lassen
  • erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Kritik, zu viel "persönlich zu nehmen"
  • intensive emotionale Verarbeitung belastender Situationen

Emotionen sind dabei keine Störung, sondern wichtige Signale. Die therapeutische Arbeit richtet sich nicht darauf, Gefühle zu unterdrücken, sondern darauf, einen bewussteren Umgang mit ihnen zu entwickeln. 

 

Mehr zu Emotionsregulation und Achtsamkeit (folgt, ist in Arbeit). 

Reizverarbeitung und innere Aktivierung

ADHS ist häufig mit einer erhöhten Reizoffenheit verbunden. 

Mehrere gleichzeitige Informationen, Geräusche, soziale Anforderungen oder wechselnde Aufgaben können die Verarbeitung stärker beanspruchen. 

Häufig zeigt sich das durch

  • schnelle mentale Erschöpfung
  • Abschalten ist nur schwer bis gar nicht möglich
  • innere Unruhe
  • Gefühl von Überforderung bei vielen gleichzeitigen Anforderungen. 

Die Verbindung zwischen Aufmerksamkeit, Stressverarbeitung und körperlicher Aktivierung spielt dabei eine wichtige Rolle. 

ADHS im Alltag - Wenn wissen und Umsetzung auseinanderfallen

Eine besondere Belastung bei Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom kann darin liegen, dass Wissen und Umsetzung nicht immer übereinstimmen. 

Betroffene wissen oft, was sinnvoll wäre:

  • Aufgaben beginnen
  • eine Struktur einzuhalten
  • eine Pause machen
  • eine Entscheidung zu treffen

und trotzdem gelingt die Umsetzung nicht zuverlässig. 

 

Dies kann zu Selbstkritik führen: 

"Warum schaffe ich etwas nicht, obwohl ich weiß, wie es geht?"

 

Eine therapeutische Perspektive und Unterstützung betrachtet die Situation nicht als mangelnde Willenskraft, sondern untersucht zugrunde liegende Prozesse: 

  • Welche Anforderungen überfordern?
  • Welche Emotionen entstehen?
  • Welche inneren Bewertungen wirken?
  • Welche Strategien(*) unterstützen tatsächlich?

  • Welche inneren Überzeugungen wirken?

 

Hier beginnt der Übergang von Selbstkritik zu Selbstverständnis und ins Handeln zu kommen. 

 

(*) diese Strategien sind nicht zu verwechseln mit den "Bewältigungsstrategien" aus dem Schema-Modell

Wenn Sie Ihre Situation in Ruhe einordnen möchten

Sie möchten besser verstehen, welche Muster hinter Ihren Erfahrungen stehen und welche Möglichkeiten psychotherapeutische Unterstützung bieten kann?.

ADHS und eigene Muster verstehen