Bindungs- und Entwicklungstrauma

Auswirkungen auf Beziehungen, Selbstwert und innere Sicherheit

 

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Frühe Beziehungserfahrungen prägen, wie Menschen Sicherheit, Vertrauen und Nähe erleben. Beziehungen zu wichtigen Bezugspersonen bilden eine wichtige Grundlage dafür, wie sich Selbstbild, emotionale Regulation und der Umgang mit anderen Menschen entwickeln können. 

 

Wenn Beziehungen über längere Zeit von Unsicherheit, Angst, fehlender Verlässlichkeit oder emotionaler Überforderung geprägt sind, können sich solche Erfahrungen die persönliche Entwicklung beeinflussen. In diesem Zusammenhang werden die Begriffe Bindungstrauma und Entwicklungstrauma verwendet. 

 

Dabei ist eine differenzierte Betrachtung wichtig: Nicht jede schwierige Kindheitserfahrung führt automatisch zu einem Trauma. Die Auswirkungen hängen immer vom Zusammenspiel verschiedener Faktoren ab - z. B. von der Art und Dauer der Belastung, den verfügbaren schutzfaktoren und der individuellen Verarbeitung. 

 

Diese Seite erklärt, was unter Bindungs- und Entwicklungstrauma verstanden wird, welche Zusammenhänge mit Selbstwert, Beziehungen und innerer Sicherheit bestehen und welche Möglichkeiten therapeutischer Unterstützung es gibt. 

 

Sie erfahren

  • was unter Bindungstrauma verstanden wird
  • was Entwicklungstrauma bedeutet
  • wie frühe Beziehungserfahrungen spätere Muster beeinflussen können
  • welche Rolle Bindung und Nervensystem spielen
  • welche therapeutischen Möglichkeiten bestehen. 

Wenn Sie Ihre Situation in Ruhe einordnen möchten

Nicht jede belastende Erfahrung führt zu einer Traumafolgestörung. Gleichzeitig können anhaltende Übererregung, innere Unruhe, Vermeidung, Erschöpfung oder das Gefühl, nicht mehr richtig bei sich zu sein, Hinweise darauf sein, dass ein Erlebnis weiterhin nachwirkt. Wenn Sie klären möchten, ob traumatherapeutische Begleitung in Ihrer Situation sinnvoll sein könnte, finden Sie hier weitere Informationen zu meinem Angebot.

Mehr zur Traumatherapie

Was bedeutet Bindungstrauma?

Der Begriff Bindungstrauma beschreibt belastende Erahrungen im Zusammenhang mit wichtigen Beziehungen und Bindungspersonen/Bezugspersonen, die das Erleben von Sicherheit, Vertrauen und Nähe beeinflussen. 

 

Kinder sind auf Beziehungen angewiesen. Sie entwickeln wichtige Fähigkeiten wie Selbstberuhigung, Vertrauen und den Umgang mit Gefühle zunächst in Bezeihungen mit den ihnen nahen Menschen. 

 

Wenn wichtige Bezugspersonen wiederholt nicht verfügbar, unberechenbar oder selbst eine Quelle von Angst und Unsicherheit sind, kann dies die Entwicklung eines stabilen Sicherheitsgefühls erschweren. 

 

Mögliche belastende Erfahrungen sind

  • wiederholte emotionale Zurückweisung
  • fehlende Verlässlichkeit
  • mangelnde emotionale Begleitung
  • Erfahrungen von Angst oder Unsicherheit innerhalb wichtiger Beziehungen
  • wiederkehrende Situationen, in denen eigene Bedürfnisse wenig Raum hatten. 

 

Dabei geht es nicht darum, einzelne Menschen oder Familienu zu bewerten oder zu verurteilen. Vielmehr geht es um das Verständnis dafür, wie Erfahrungen wirken können und welche Bedeutung sie für die persönliche Entwicklung haben. In früheren belasteten Situationen entwickeln betroffene junge Menschen sog. Strategien, um in der Situation bzw. in ihrem Umfeld bestmöglich zurecht kommen zu können. Diese Strategien können einem dann heute im Alltag im Weg stehen. V. a. geht es um Kompensation (immer nochmal besser sein, noch mehr Leistung, noch bessere Noten, statt einer 1,7 unbedingt noch die 1.0 o.ä.), Vermeidung (Vermeidung von Konflikten, dabei ist dies nur "vermeintlich", denn meistens, wenn es um Konflikte geht, sind diese auch da, sie werden nicht wirlich "vermieden", sondern im Grunde nur verdrängt oder man leidet selber, weil man sich in einer Art verhält, damit "bloß kein Konflikt entsteht" und selbst geht es eine gar nicht gut damit, Unterwerfung (ähnlich gelagert, man sagt häufig zu Situation "ja", in denen man tatsächlich "nein" meint, man "möchte es allen recht machen". Der Begriff "Unterwerfung" kommt - wie auch Kompensation und Vermeidung - aus der Schematherapie, im Alltagssprachegebrauch lässt es sich übersetzen wie "man ordnet sich unter". 

 

Bindungstrauma ist keine eigenständige Diagnose nach ICD-10 oder ICD-11. Der Beriff beschreibt vielmehr einen Erklärungsansatz für mögliche Auswirkungen belastender Beziehungserfahrungen. 

 

Eine wissenschaftliche Grundlage zum Verständnis früher Beziehungserfahrungen bietet die Bindungstheorie nach Bowlby (← weitere Informationen). 

Was bedeutet Entwicklungstrauma?

Der Begriff Entwicklungstrauma beschreibt mögliche Auswirkungen wiederholter oder länger andauernder Belastungen auf Entwicklungsprozesse. 

 

Entwicklung findet immer in einem sozialen Zusammenhang statt. Kinder lernen in Beziehungen: 

  • eigene Gefühle wahrzunehen
  • Stress zu regulieren
  • Vertrauen aufzubauen
  • Bedürfnisse auszudrücken
  • Beziehungen einzuschätzen. 

Wenn diese Entwicklung über längere Zeit durch Belastungen beeinflusst wird, können bestimmte Fähigkeiten schwieriger oder auch gar nicht entstehen oder später besonders herausfordernd erlebt werden bis immer wieer als problematisch erlebt oder gar nicht mit entsprechenden Situationen umgegangen werden.

 

Hier schließt sich der Kreis zu Bewältigungsstrategien der Schematherapie (zB weil man meint, einen Konflikt nicht austragen zu können, möchte man Konflikte vermeiden und stellt eigene Wünsche und Bedüfrnisse in den Hintergrund oder sagt nicht die eigene Meiung . Weil man nicht genug Vertauen in die eigene Leistung hat und wahrnimmt, dass es auch gut ist, was man tut, läuft man Gefahr, in die Falle des Perfektionismus als Kompensation zu laufen, und letztlich weil man denkt, eigene Bedürfnisse in der Beziehung dürften nicht sein, unterwirft man sich). Wichtig ist: es müssen nicht alle Bewältigungsstrategien gleichzeitig vorkommen. Die o.g sind lediglich Beispiele. 

 

Mögliche betroffene Bereiche:

  • Selbstregulation
  • Selbstwertgefühl
  • Selbstvertrauen
  • Umgang mit Stress
  • Vertrauen in andere Menschen
  • Gestaltung von Beziehungen

wie entstehen belastende bindungs- und Entwicklungserfahrungen?

Nicht jede schwierige Erfahrung führ zu langfristigen Belastungen. Entscheidend ist nicht allein, was passiert ist, sondern auch, wie die Situation erlebt wurde und welche unterstützung vorhanden war. 

 

Ein Rolle spielen können:

  • Dauer und Intensität einer Belastung
  • Alter und Entwicklungsphase
  • verfügabre Bezugspersonen
  • Möglichkeiten zur Verarbeitung
  • persönliche Ressourcen. 

Die Bedeutung von Sicherheit und Verlässlichkeit

Ein Gefühl von Sicherheit entsteht nicht allein durch äußere Bedingungen. Es entwickelt sich auch durch wiederholte Erfahrungen:

  • jemand ist erreichbar
  • Gefühle werden wahrgenommen, auch von Bezugspersonen und respektiert
  • Bedürfnisse dürfen bestehen
  • Belastungen können gemeinsam (mit Bezugs-/Bindungspersonen) reguliert werden

Diese Erfahrungen unterstützen die Entwicklung von Vertrauen in sich selbst und andere. 

Wenn Sicherheit wiederholt fehlt, können sich Schutzstrategienentwickeln (siehe auch Schematherapie - Bewältigungsstrategien: Kompensation, Vermeidung, Unterwerfung oder Regelkreise im systemischen Ansatz).

Diese Schutzstrategien haben früher geholfen, mit Situationen besser zurecht zu kommen, blockieren allerdings jetzt im Erwachsenenlebenen (auch dysfunktionale Strategien oder Muster genannt). Hier findet auch das sog. People Pleasing (gefallen wollen, es allen recht machen wollen) Bedeutung.

 

Beispiele:

  • starke Anpassung
  • Rückzug
  • Kontrolle
  • besondere Aufmerksamkeit für die Befürfnisse anderer

Wiederholte Belastungen und Trauma Typ II

Im Zusammenhang mit Bindungs- und Entwicklungstrauma wird auch von Trauma Typ II gesprochen. 

 

Während Trauma Typ I meist ein einzelnes, plötzlich eintretendes Ereignis beschreibt, bezeichnet Trauma Typ II wiederholte oder länger andauernde Belastungssituationen. 

 

Beispiele sind für ein Trauma Typ II

  • wiederkehrende Gewalterfahrungen
  • länger andauernde Vernachlässigung
  • chronische Unsicherheit
  • anhaltende Beziehungskonflikte mit hoher Belastung

Weitere Informationen finden Sie unter Trauma Typ I und Typ II (folgt)

 

 

link folgt


Welche Auswirkungen können Bindungs- und Entwicklungstrauma haben?

Frühe Beziehungserfahrungen beeinflussen, wie Menschen sich selbst, andere Menschen und Beziehungen erleben und gestalten können. Dabei geht es nicht um feste Eigenschaften oder unveränderbare Muster. Vielmehr können sich bestimmte innere Überzeugungen und Schutzstrategien entwickeln, die im Zusammenhang mit frühen Erfahrungen stehen. 

 

Welche Auswirkungen entstehen, hängt von der individuellen Lebensgeschichte ab. Unterstützende Beziehungen, persönliche Ressourcen und spätere positive Erfahrungen sind dabei wichtige Schutzfaktoren. 

 

Selbstbild und SElbtwert

Ein Bereich, der durch belastende Beziehungserfahrungen beeinflusst wird, ist die Wahrnehmung und Beurteilung/Bewertung der eigenen Person.

 

Wenn Kinder wiederholt erleben, dass ihre Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen wenig Beachtung finden, wirkt sich dies auf die Entwicklung des Selbstbildes aus. 

 

Mögliche Themen im Erwachsenenleben sind:

  • starke Selbstkritik
  • eigene Bedürfnisse werden oft nicht wahrgenommen, und wenn sie wahrgenommen werden, bleibt noch die Frage, inwieweit sie auch Berücksichtigung finden . Oft greifen hier dann Unterwerfung, Vermeidung, Beschwichtigung
  • übermäßige Anpassung an andere
  • Scham- oder Schuldgefühle
  • das Gefühl, nicht ausreichend/nicht gut genug zu sein 

Aus den Gedanken ergeben sich Verhaltensmuster. 

Diese Muster entstehen häufig nicht bewusst. Sie können als Anpassungen an frühere Situationen verstanden werden, in denen bestimmte Verhaltensweisen hilfreich waren. 

 

Z. B. kann es in einer unsicheren Umgebung sinnvoll gewesen sein, besonders aufmerksam auf andere Menschen zu achten oder eigene Bedrüfnisse zurück zu stellen. im späteren Leben können solche Strategien jedoch zu Belastungen führen, wenn sie die eigene Entwicklung oder Beziehungen einschränken.

 

Als therapeutische Ansätze eignen sich hier sehr gut Anteilsarbeit, Schematherapie und Biographiearbeit (Time-Line). 

 

Weitere Zusammenhänge zum Thema Selbstwert finden Sie unter Selbstwert... (in Arbeit)

 

 

auf der Seite Traumatherapie finden Sie weitere Informationen zu einer Therapie (beachten Sie bitte hierbei, dass ich als Heilpraktikerin für Psychothrerapie eine Privatpraxis führe) und unter Ansatz finden Sie weitere Informationen, wie ich arbeite.

 

Emotionsregulation und innere Sicherheit

Die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, einzuordnen und zu regulieren, entwickelt sich zunächst in Beziehungen. 

 

Kinder lernen Regulation unter anderem dadurch, dass Bezugspersonen

  • Gefühle wahrnehmen
  • Sicherheit vermitteln
  • beruhigen und unterstützen
  • Orientierung geben. 

 

Wenn solche Erfahrungen wiederholt fehlen, kann der Umgang mit starken Gefühlen später herausforderndern sein. 

 

Mögliche Erfahrungen können sein

  • schnelle innere Anpassung
  • es fällt schwer, sich wieder zu beruhigen
  • starke emotionale Reaktionen
  • das Gefühl, von eigenen Gefühlen überwältigt zu werden

Diese Reaktionen bedeuten nicht, dass eine Person "zu empfindlich" ist. Sie können Ausdruck erlernter Schutzmechanismen sein. 

 

Die Verbindung zwischen Trauma, Stressreaktionen und körperlicher Regulation wird ausführlicher unter Trauma & Nervensystem beschrieben. 

 

 

→ 

 

Beziehung, Nähe und Vertrauen

Fühe Beziehungserfahrungen beeinflussen, wie Menschen Nähe, Vertrauen und Verbindlichkeit erleben. 

 

Wenn Beziehungen früher mit Unsicherheit oder Verletzungen verbunden waren, entstehen im späteren Leben Herausforderungen in der Beziehungsgestaltung und Partnerschaft. 

 

Mögliche Themen

  • Herausforderung, Vertrauen aufzubauen (häufig fällt die Aussage "Ich muss mich da schützen" - was kontraproduktiv für Nähe in der Partnerschaft oder in Freundschaften ist) 
  • Angst vor Ablehnung (ebenfalls die Sache mit Grenzen ziehen als Schutzmechanismus, um nicht abgelehnt zu werden, erst gar nicht erst in wirklichen Kontakt im Sinne von Verbindung zu gehen)
  • Unsicherheit bei Nähe und Distanz 
  • Probleme, eigene Grenzen wahrzunehmen
  • starkes Bedürfnis nach Harmonie oder Anpassung

Dabei geht es nicht darum, Menschen auf bestimmte Beziehungsmuster festzulegen. 

 

Beziehungserfahrungen können sich verändern. Neue Erfahrungen von Verlässlichkeit, Respekt und Sicherheit können dazu beitragen, dass Menschen neue Formen von Bezieungen erleben. 

 

Wenn Beziehungsmuster innerhalb einer Partnerschaft belastend werden, kann auch eine Paartherapie hilfreich sein, um gemeinsame Dynamiken besser zu verstehen und einen neuen Umgang damit zu etablieren. 

 

Bindungstheorie nach Bowlby - warum frühe Beziehungen wichtig sind

Die Bindungstheorie von John Bowlby beschreibt, wie frühe Beziehungen die Etnwicklung von Sicherheit und Vertrauen beeinflussen

 

Bowlby ging davon aus, dass Menschen über ein biologisch verankertes Bindungssystem verfügen. Dieses unterstützt Kinder dabei, Nähe und Schutz bei vertrauten Bezugspersonen zu suchen. 

 

Durch wiederholte Beziehungserfahrungen entwickeln sich innere Vorstellungen von Beziehung und Vertrauen, Nähe und Distanz:

  • Bin ich sicher?
  • Kann ich anderen Vertrauen?
  • Werden meine Bedürfnisse wahrgenommen?
  • Darf ich Unterstützung suchen?

 

Diese inneren Vorstellungen werden in den Bindungsforschung als innere Arbeitsmodelle beschrieben. 

Sie beeinflussen, wie Menschen später Beziehungen gestalten und interpretieren. 

 

Wichtig jedoch: Bindungsmuster sind keine unveränderbaren Eigenschaften. Wir können durch neue Beziehungserfahrungen und persönliche Entwicklung neue Formen von Sicherheit entwickeln. 

 

Eine ausführliche Darstellung finden Sie unter Bindungstheorie nach Bowlby

 

Orientierung - Wenn Sie die Auswirkungen belastender Erfahrungen besser verstehen möchten

Komplexe Traumafolgen entstehen häufig im Zusammenspiel von Erfahrungen, Bindung, Körper und innerer Regulation. Ein besseres Verständnis dieser Zusammenhänge kann helfen, eigenen Reaktionen einzuordnen.

Zusammenhänge verstehen

Bindung, Trauma und Nervensystem

Frühe Beziehungserfahrungen stehen auch mit der Entwicklung von Stressregulation und Resilienz in Verbindung. 

 

Das autonome Nervensystem hilft dabei, zwischen Aktivierung und Entspannung zu wechseln (autonomes Nervensystem - Sympathikus als Aktivierungsnerv, Parasympathikus als Entspannungsnerv). In belastenden Situationen aktiviert der Körper Schutzreaktionen , um mit Gefahr oder Stress unmzugehen. 

Wichtig ist, dass das Nervensystem nach der Aktivierung wieder in den Ruhezustand kommen kann (Parasympathikus, der Ruhenerv). Dieser Wechsel ist  nach belastenden Beziehungserfahrungen häufig nicht gegeben. 

 

Nach wiederholten Belastungserfahrungen kann dieses Schutzsystem empfindlicher reagieren. 

 

Mögliche Erfahrungen können sein:

  • schnelle Alarmbereitschaft
  • starre körperliche Stressreaktionen (psychisch und körperlich)
  • Probleme, zu entspannen
  • erhöhte Aufmerksamkeit für mögliche Gefahren
  • oder auch sog. Erstarrung (freeze) bei traumatischen Erfahrungen

Diese Reaktionen sind nicht bewusst gewählt. Sie können als Schutzmechanismen verstanden werden, die sich im Zusammenhang mit früheren Beziehungserfahrungen entwickelt haben. 

 

Ein Verständnis dieser Zusammenhänge kann helfen, körperliche und psychische Reaktionen besser einzuordnen und einen neuen Umgang damit zu finden. 

Weitere Informationen

→ Trauma und Nervensystem(folgt)

Polyvagaltheorie nach Porges 

 

Können sich Bindungsmuster verändern?

Bindungsmuster sind keine unveränderlichen Persönlichkeitsmerkmale. Auch wenn frühe Erfahrungen prägend sein können, bleibt Entwicklung über das gesamte Leben möglich. 

 

Veränderung kann entstehen durch

  • neue sichere Beziehungen
  • bewusste Reflexion eigener Muster
  • therapeutische Unterstützung
  • neue Erfahrungen mit Grenzen und Vertrauen

 Therapeutische Arbeit unterstützt

  • frühere Erfahrungen einzuordnen
  • eigene Bedürfnisse besser wahrzunehmen
  • automatische Reaktionen zu reflektieren und verstehen, und wichtig: dieses automatischen Mechanismen zu unterbrechen
  • neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln

Es geht nicht darum, die Vergangenheit zu verändern oder als gut zu befinden. Es geht darum, den heutigen Umgang mit den Erfahrungen weiter zu entwickeln. 

 

mehr Informationen zu meinem Behandlungsansatz finden Sie auf der Seite Ansatz

 

Zusammenhang zwischen Trauma, Bindung und Resilienz

Traumatische Erfahrungen wirken nicht unabhängig von Schutzfaktoren. 

 

Resilienz bedeutet zum Einen, aktuell mit stressigen Situation gut umgehen zu können. Um diese Resilienz zu entwickeln, spielen

  • unterstützende Beziehungen
  • persönliche Ressourcen
  • Selbstwirksamkeit
  • Möglichkeiten zur Regulation
  • positive Erfahrungen im späteren Leben

als Faktoren eine entscheidende Rolle, Resilienz aufzubauen. 

 

Wenn ein junger Mensch diese Erfahrungen in seinem Umfeld mit seinen Bindungspersonen nicht machen konnte, ist die Resilienz in der Regel stark eingeschränkt und die Ressourcen fehlen im Alltag bzw. im Erwachsenenleben, mit als stressig empfundenen Situation gut umgehen ("resilienz umgehen") zu können. 

 

Gerade Beziehungen sind eine wichtige Ressource. Erfahrungen von Sicherheit und Verlässlichkeit tragen dazu bei, neue innere Modelle von Beziehung Vertaruen aufzubauen. 

 

Den Zusammenhang zwischen Belastung, Bindung und Schutzfaktoren vertieft die Seite

Trauma, Bindung und Resilienz


Therapie bei Bindungs- und Entwicklungstrauma - Psychotherapeutische Verfahren

Wenn frühe Beziehungserfahrungen heute noch belasten, unterstützt therapeutische Begleitung dabei, diese Zusammenhänge besser zu erstehen und neue Möglichkeiten im Umgang mit sich selbst und anderen zu entwickeln. 

 

Der Schwerpunkt liegt häufig nicht nur auf einzelnen Erinnerungen, sondern auf den Auswirkungen, die Erfahrungen heute noch haben: 

  • Wie gehe ich mit Gefühlen um?
  • Welche Muster wiederholen sich in Beziehungen?
  • Welche Bedürfnisse wurden früher wenig berücksichtigt?
  • Welche Ressourcen stehen heute zur Verfügung?

weitere Informationen zu

→ Einzeltherapie

→ Traumatherapie

→ Paartherapie

→ mein Ansatz und Behandlungsmethoden

 

 

Je nach individueller Situation können unterschiedliche therapeutische Ansätze eingesetzt werden.

Hierzu gehören 

  • traumatherapeutische Verfahren
  • EMDR
  • Schematherapie
  • Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) mit Skills Training
  • Yoga und Meditation - als körperorientierte Verfahren
  • Biographie-Arbeit zur Einordnung und Neupositionierung mit NLP / Bodenankern

Die Auswahl orientiert sich daran, welche Themen im Vordergrund stehen und welche Form der Unterstützung für Sie am besten zugänglich ist und wo Sie für sich den meisten Nutzen heraus nehmen. 

 

Weitere Informationen finden Sie unter

Traumatherapie

→ Therapeutische Ansätze bei Trauma (Seite folgt)

 

Traumatherapeutische Phasen

Die therapeutische Arbeit kann unterschiedliche Elemente verbinden:

  • Stabilisierug
  • Ressourcenarbeit
  • Bearbeitung belastender Erfahrungen
  • Entwicklung neuer Handlungsmöglichkeiten

Weitere Informationen finden Sie unter

Traumatherapie

 

Schematherapie und DBT

Bei wiederkehrenden emotionale oder zwischenmenschlichen Mustern knönen verschiedene therapeutische Ansätze hilfreich sein. 

Die Schematherapie betrachtet unter anderem

  • Ihr erwachsenes Ich
  • Das Kindheits-Ich
  • Modi (wütendes/impulsives Kind, trauriges/verletztes Kind; fordernder Erwachsener, Bestrafung), die sich daraus entwickelt haben, weil es der Dynamik, der man als Kind ausgesetzt war, nicht gut ging und auch heute nicht geht
  • Bewältigungsstrategien, die sich daraus entwickelt haben, um mit Situationen und Personen einigermaßen zurecht zu kommen (Kompensation, Vermeidung, unterwerfung) 

in der Schema-Therapie geht es darum, diese Dynamiken zu erkennen, und das gesunde erwachsene Ich zu entwickeln

 

Die Dialektisch-Behaviorale-Therapie (DBT) unterstützt u.a.

  • Emotionsregulation
  • Umgang mit hoher innerer Anspannung
  • Entwicklung hilfreicher Strategien

 

Beide Therapie-Ansätze sind geschichtlich aus der Verhaltenstherapie entstanden und gehören der sog. Dritten Welle der Verhaltenstherapie an. weitere Informationen finden Sie unter → Behandlungsmethoden.

 

Mit meinem integrativen Ansatz kombiniere ich sinnvoll auf Ihre Situation abgestimmt verschiedene Ansätze.

 

 

Körperorientierte Verfahren - Yoga | Meditation | Focusing

Traumatische Erfahrungen können auch über den Körper spürbar bleiben. Körperorientierte Verfahren spielen deshalb eine ergänzende Rolle, insbesondere wenn es darum geht, Körperwahrnehmung und Regulation zu stärken. 

 

Dabei sind hilfreich:

  • achtsame Körperwahrnehmung
  • Atemarbeit
  • sanfte Bewegungsformen
  • Yoga
  • Meditation
  • Fosucing

Wichtig ist eine traumasensible Gestaltung, bei der Sicherheit und individuelle Grenzen berücksichtigt werden. 

 

Mehr dazu finden Sie unter Trauma und Yogatherapie

Unterstützung bei Bindungs- und Entwicklungstrauma

Die Auseinandersetzung mit frühen Bindungserfahrungen ist ein wichtiger Schritt, um wiederkehrende Muster besser zu verstehen. 

 

In einer therapeutischen Begleitung kann es darum gehen

  • die eigenen Geschichte einzuordnen (Biographierarbeit, Arbeit mit der time-line)
  • Schutzmechanismen zu verstehen
  • innere Sicherheit aufzubauen
  • neue Perspektiven auf Beziehungen zu entwickeln

Dabei steht nicht die Bewerbung vergangener Erfahrungen im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Verständnis dessen, was heute hilfreich sein kann. 

 

Traumatherapie - Wie wir mit Traumafolgen therapeutisch arbeiten können

Traumafolgen betreffen oft mehrere Ebenen gleichzeitig - das Nervensystem (Sympathikus, Parasympathikus), Körper, Gefühle, Selbstbild, Beziehungen, Schutzmuster, manchmal auch Erinnerungen und Sprache. Deshalb geht es in der therapeutischen Arbeit meist nicht nur darum, "über das Erleben zu sprechen". Häufig stehen zunächst Verstehen, Stabilisierung, Sicherheit, Selbstregulation und ein behutsamer Umgang mit dem, was das System "gelernt" hat, im Vordergrund. 

 

Je nach Situation kann therapeutisch u. a. wichtig sein: 

  • eine sorgfältige Einordnung der Beschwerden und Belastungsgeschichte
  • Psychoedukation zu Trauma, Schutzreaktionen, Triggern und Nervensystem
  • Stabilisierung und Aufbau von Sicherheit im Alltag
  • Arbeit mit Übererregung, Rückzug, Scham, Dissoziation oder Beziehungsmustern
  • Stärkung von Selbstwahrnehmung, Grenzen und Emotionsregulation
  • behutsame Bearbeitung belastender Erfahrungen in einem tragfähigen Rahmen

Dabei gibt es nicht den einen Weg für alle. Einige Betroffene brauchen vor allem Orientierung und Stabilisierung, andere möchten ihre Symptomatik diagnostisch besser verstehen, wieder andere wollen tiefer an chronischen Bezeihungs- und/ oder Traumadynamiken arbeiten. Entscheidend ist, dass die Unterstützung zum tatsächlichen Belastungsbild, zu Ihrem Erleben, passt - und nicht nur zu einem einzelnen Begriff. 

 

Wenn Sie sich in Themen wie Trauma, chronischer Anspannung, Triggern, Dissoziation, Bindungsunsicherheit, Beziehungsunsicherheit oder komplexen Traumafolgen wiederfinden, kann es sinnvoll sein, dies in einem professionellen Rahmen genauer einzuordnen. Im Zentrum steht dann nicht nur die Frage nach einer Diagnose, sondern auch die Frage, welche Schutzmuster entstanden sind, wie ihr Nervensystem heute reagiert und was Ihnen helfen kann, wieder mehr Sicherheit und Handlungsspielraum zu gewinnen

 

Ich habe mich in meiner Arbeit dafür entschieden, verschiedene Ansätze als Basis zu nutzen, um auf allen drei Ebenen - Kopf, Herz und Bauch - arbeiten zu können, körperlich, emotional und mental. 

 

Ansätze, mit denen ich gute Erfahrungen in der Traumatherapie gemacht habe, sind

Ein Trauma ist ein Erlebnis von außergewöhnlicher Bedrohung, welches noch nach Jahren körperliche und seelische Symptome hinterlässt. Das Trauma kann in der Kindheit oder auch als Erwachsener erlebt worden sein. Unterschieden wird zwischen Typ-I und Typ II (komplexe Traumatisierung) Traumatisierung, welche sich in Zeitdauer, Schweregrad und Auswirkungen auf die Person unterscheiden. Wurde das Trauma in der Kindheit erlebt, spricht man von Bindungs- und Entwicklungstrauma (Bessel van der Kolk).  - Ich arbeite in der Traumatherapie auf drei Ebenen - emotional, kognitiv/mental und körperlich.  Hierzu nutze ich EMDR, Yogatherapie, insb. Pranayama, Schematherapie, Ego States/Teiletherapie, Hypnotherapie und die Arbeit mit dem inneren Kind. 

wenn Sie Traumafolgen professionell einordnen oder therapeutisch bearbeiten möchten

Wenn Sie sich in Beschreibungen wie chronischer Alarmbereitschaft, Triggern, Dissoziation, Scham, Beziehungsunsicherheit oder tiefer Erschöpfung nach belastenden Erfahrungen wiedererkennen, kann es hilfreich sein, diese Dynamiken nicht allein tragen zu müssen. 

 

Zu den Leistungen Einzeltherapie, Paartherapie finden Sie hier weitere Informationen oder 

nehmen über die email [email protected] oder über das Formular Kontakt zu mir auf

wo Sie mich finden...

Traumatherapie in Spenge, Bielefeld und Online

Sie finden mich für Präsenztermine in meiner Praxis in Spenge oder in Bielefeld. Ergänzend können Termine im Verlauf auch auch online statt finden.

Foto der Inhaberin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Claudia Frenz
Coach, Heilpraktikerin Psychotherapie und Psychologische Beraterin in Bielefeld, Spenge und online

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.

PRIVATPRAXIS

Claudia Frenz

mobil:  01525 3966910

email: [email protected]

 

Jahnstr. 45 

32139 Spenge (Lenzinghausen)

 

 

Quellenhofweg 129a

33617 Bielefeld Gadderbaum (Bethel)


in Kürze mehr zu 

 

  • Polyvagaltheorie
  • spezielle Traumatherapie mit Yoga und Pranayama
  • Gehirnstrukturen und neuronale Verarbeitung einer traumatisch erlebten Situation

FAQ - Häufige Fragen zu Bindungs- und Entwicklungstrauma

Was ist ein Bindungstrauma?

Bindungstrauma beschreibt belastende Erfahrungen im Zusammenhang mit wichtigen Beziehungen, die das Erleben von Sicherheit, Vertrauen und Nähe beeinflussen können. Der Begriff ist keine eigenständige Diagnose nach ICD-10 oder ICD-11, sondern beschreibt mögliche Auswirkungen belastender Beziehungserfahrungen.

 

 

Was ist eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung?

Eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung ist eine Form der Traumafolgestörung, die insbesondere mit langfristigen oder wiederholten Belastungserfahrungen verbunden sein kann. Sie betrifft nicht nur belastende Erinnerungen, sondern kann auch beeinflussen, wie Menschen sich selbst wahrnehmen, Gefühle regulieren und Beziehungen gestalten.

 

Was ist ein Entwicklungstrauma?

Entwicklungstrauma beschreibt mögliche Auswirkungen wiederholter oder länger andauernder Belastungen auf Entwicklungsprozesse. Betroffen sein können beispielsweise die Fähigkeit zur Selbstregulation, das Selbstbild, der Umgang mit Stress und die Gestaltung von Beziehungen.

 

 

Ist Bindungstrauma eine Diagnose?

Nein. Bindungstrauma ist keine eigenständige Diagnose nach ICD-10 oder ICD-11. Der Begriff wird genutzt, um Zusammenhänge zwischen belastenden Beziehungserfahrungen und späterem Erleben verständlicher zu machen.

 

 

Was ist der unterschied zwischen Bindungstrauma und Entwicklungstrauma?

Bindungstrauma betrachtet vor allem die Bedeutung früher Beziehungserfahrungen für Sicherheit, Vertrauen und Nähe. Entwicklungstrauma richtet den Blick stärker auf mögliche Auswirkungen wiederholter Belastungen auf Entwicklungsprozesse wie Selbstbild, Emotionsregulation und Beziehungsgestaltung. Beide Perspektiven können sich überschneiden.

 

 

Wie können frühe Erfahrungen spätere Beziehungen beeinflussen?

Frühe Beziehungserfahrungen beeinflussen, wie Menschen Nähe, Vertrauen und Verlässlichkeit erleben. Wenn Beziehungen früher mit Unsicherheit verbunden waren, entwickeln sich Schutzstrategien, die später beispielsweise den Umgang mit Nähe, Grenzen oder Konflikten beeinflussen.

 

 

Ist jede schwierige Kindheit automatisch ein Trauma?

Nein. Belastende Erfahrungen in der Kindheit führen nicht automatisch zu einem Trauma. Entscheidend sind verschiedene Faktoren wie die Art und Dauer der Belastung, die persönliche Verarbeitung sowie vorhandene Schutz- und Unterstützungsfaktoren.

 

 

Können sich Bindungsmuster verändern?

Ja. Bindungsmuster sind keine unveränderbaren Eigenschaften. Neue Beziehungserfahrungen, persönliche Entwicklung und therapeutische Unterstützung können dazu beitragen, mehr Sicherheit im Umgang mit sich selbst und anderen zu entwickeln.

 

 

Welche Therapie unterstützt bei Bindungs- und Entwicklungstrauma?

Die passende Unterstützung hängt von der individuellen Situation ab. Therapeutische Ansätze können beispielsweise Stabilisierung, Ressourcenarbeit und die Auseinandersetzung mit belastenden Erfahrungen umfassen. Je nach Schwerpunkt können Methoden wie Traumatherapie, Schematherapie, DBT oder körperorientierte Verfahren wie Yoga, Atemarbeit und Meditation eingesetzt werden.